Praxis > Sprechen und Sprache

Überblick

Im Baustein "Sprechen und Sprache" geht es vor allem um die systematische Integration der Zuhörförderung im Deutschunterricht unter vier Aspekten:

Sprechen und Sprache

Mit Sprache, dem Klang von Sprache oder von verschiedenen Sprachen zu spielen, fördert nicht nur die basale Wahrnehmungsfähigkeit und Kreativität, sondern erweitert die Sprachkompetenz und fördert die sprachliche und literarische Enkulturation. Der Einsatz auditiver Medien (Hörbücher, Hörspiele, Hör-CD's zu Gedichtbänden usw.), Autorenlesungen und eigene Aktivitäten schulen das ästhetisch-kritische Hören.

Ideen aus dem Teilbaustein Sprache

Die im Projekt GanzOhrSein erprobten Ideen für die Praxis werden im Frühjahr 2005 in der Reihe "Praxis Impulse'' des Westermann-Verlages veröffentlicht.

Sprache zum Klingen bringen

  • Wie verschieden kann ich meinen eigenen Namen sprechen?
  • Alltagsgeräusche, z.B. das Öffnen einer Sprudelflasche, das Werfen eines Papierballs an die Wand, versprachlichen
    Klang von Sprachen untersuchen: Wie klingen z.B. vokalreiche Sprachen wie das Italienische, im Vergleich zu konsonantenreichen Sprachen?
  • mit lyrischen und prosaischen Texten spielen, z.B. verrappen, verfremden
  • Comics vertonen
  • dadaistische Texte (z.B. Kurt Schwitters "Ursonate'') oder Lautgedichte (z.B. Christian Morgenstern "Das große Lalula'') anhören und selber sprechen oder auch in Situationen übertragen: Wie würde man sie dann übersetzen?
  • verschiedene Aufnahmen von Texten oder Gedichten miteinander vergleichen
  • akustische Textstellen hörbar machen: Wie klingt z.B. die "Knackwurstbringanlage'', die Paul Maar im Band "Eine Woche voller Samstage'' (Oetinger - Verlag) beschreibt?
  • über das Hören schreiben


Literaturtipps zu Sprache

Bergmann, Katja (2000): Hörgänge. Konzeptionen einer Hörerziehung für den Deutschunterricht, athena-Verlag, Oberhausen

Bergmann, Katja (2002): Hörförderung durch Sprache und Sprechen. In: Sache - Wort - Zahl, Heft 43, 30. Jahrgang, S. 26 - 30.

Berner, R.S./ Jacoby,E. (1999): Dunkel war' s, der Mond schien helle. Verse, Reime und Gedichte, Gerstenberg-Verlag, Hildesheim, mit Hörbeispielen auf CD

Bydlinski, Georg / Antoni, Birgit: Der neue Wünschelbaum. Gedichte für Kinder und ihre Erwachsenen, DachsVerlag

Gelberg, Hans-Joachim (1986): Überall und neben dir. Weinheim und Basel

Görner, Lutz (1998): Das große Kindergedichte - Buch [Medienkombination], Köln, Reziteater-Verlag (Lesen und Hören), mit Hörbeispielen auf CD

Imhof, M. (2003): Zuhören. Psychologische Aspekte auditiver Informationsverarbeitung. Göttingen.

Jörg, Sabine (2000): Der erste Sinn? Von der Bedeutung des Hörens in der Entwicklung des Kindes. In: Huber, Ludowika / Odiersky, Eva (Hg.): Zuhören - Lernen - Verstehen, 72-80

Manz, Hans (1991): Die Welt der Wörter. Sprachbuch für Kinder und Neugierige. Weinheim und Basel

Ockel, Eberhard (1997): Zuhören im Deutschunterricht, in: Deutschunterricht 50/12, 605 - 612

Papousek, Mechthild (1995): Vom ersten Schrei zum ersten Wort, Verlag Hans Huber, Bern

Schorer, Andrea (2002): ``Sitzt du auf deinen Ohren!'' Redensarten rund ums Ohr. In: Sache - Wort - Zahl 30, Heft 43, S. 9 - 15.

Spohn, Jürgen (1980): Drunter Drüber. Verse zum Vorsagen Nachsagen Weitersagen. München

Vahle, Frederik (1994): Der Himmel fiel aus allen Wolken. Weinheim und Basel (auch als Kassette bzw. CD)

Velter, Sibylle / Geschwendtner, Hermann (1998): Zauberer Zauselkopf. Klanggeschichten für Kinder, Düsseldorf (mit Kassette bzw. CD)

Wermke, Jutta (1995): Der verborgene Sinn - Plädoyer für eine Grundschule des Hörens. In: Härle, Gerhard (Hg.): Grenzüberschreitungen, Essen, 119 ff.

Wermke, Jutta (1995): Hören - Horchen - Lauschen. Zur Hörästhetik als Aufgabenbereich des Deutschunterrichts unter besonderer Berücksichtigung der Umweltwahrnehmung. In: Spinner, Kaspar H. (Hg.): Imaginative und emotionale Lernprozesse im Deutschunterricht, Frankfurt am Main

Wermke, Jutta (1998): Hör-Ästhetik. Ein Beispiel integrierter Medienerziehung im Deutschunterricht. In: medien praktisch. Zeitschrift für Medienpädagogik. H 85, 22. Jg., Schwerpunkt: Medienpädagogik des Hörens, 15-18

Wermke, Jutta (2000): Hörästhetik als Aufgabe der Medienerziehung im Deutschunterricht. In: Huber, Ludowika / Odiersky, Eva (Hg.): Zuhören - Lernen - Verstehen, 123 - 136

Wiedenmann, Marianne (Hg.) (1997): Handbuch Sprachförderung mit allen Sinnen, Beltz Verlag, Weinheim und Basel

Wiedenmann, Marianne (2000): Probleme beim Hörverstehen und Folgen für den Schriftspracherwerb. Sprachförderung mit allen Sinnen. In: Huber, Ludowika / Odiersky, Eva (Hg.): Zuhören - Lernen - Verstehen, 137-148

Stimme "Sprich, damit ich dich sehe.'' (Pindar)

In diesem Teilbaustein geht es besonders um die Stimme der Lehrer und Lehrerinnen.

Wie können Lehrer und Lehrerinnen ihr Sprechverhalten im Unterricht optimieren, dass ihre Stimme belastbar und gut verständlich ist, sie sich dabei wohlfühlen und gleichzeitig den Schülern und Schülerinnen ein gutes Stimmvorbild geben können? Denn eine Vorbereitung auf die stimmlich-sprecherischen Anforderungen des Lehrerberufs findet nur unzureichend statt (vgl. Nienkerke-Springer 1997) und würde nicht zuletzt der Prävention von Stimmerkrankungen dienen.

Ein weiterer Aspekt ist die Auseinandersetzung mit der Wirkung der Lehrerstimme auf das Zuhörverhalten.

Sprechverhalten und Stimme sind im Zusammenhang mit den äußeren Umständen und den inneren Bedingungen zu betrachten, unter denen wir sprechen. Zu den äußeren Bedingungen gehören die Raumverhältnisse, der Umgebungslärm, die Zuhörerschaft, das Arbeitsklima, das Unterrichtsfach, die fachliche und pädagogische Qualifikation, die Berufsjahre, Erschöpfung und Überbelastung, Krankheiten oder Gewohnheiten (Rauchen, Alkohol, Chorsingen), Lebenskonflikte und auch der Lebensrhythmus.

Zu den inneren Bedingungen zählen Grundstimmung, Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, emotionales Verhalten, Konstitution, Lebensjahre, hormonelle Bedingungen, sowie Bedingungen des Stimmapparates und des Gehörs.

Stimme und Person sind eng miteinander verbunden: "Wenn Stimme und Person im Einklang sind, hört man gerne zu.'' (Marcella Reinertshofer-Beck, Stimm- und Sprechausbildung, BR)

Ideen aus dem Teilbaustein Stimme

Eine gute Stimme ist eine physiologisch gesunde Stimme, eine klare, von Nebengeräuschen und Klangverfärbungen freie, auch über längere Zeit ohne Ermüdung zu gebrauchende Sprech- und Singstimme.

Folgende Bereiche sind im Hinblick auf das Stimm- und Sprechverhalten zu betrachten und übend zu erfahren, um Veränderung zu ermöglichen:

  • Haltung (Körperhaltung, Körperspannung): wie wir sitzen, stehen oder uns bewegen, welche nonverbalen Signale wir aussenden
  • Atmung: Ein gutes Verhältnis von Atemdruck und Stimmlippenspannung ermöglicht eine gute Stimme.
  • Stimme: mittlere Stimmlage, Stimmsitz, Resonanz, Dynamik, Modulationsfähigkeit
  • Artikulation
  • Kontakt - Zuwendung zum Zuhörer
  • Freies Sprechen - Textgestaltung, besonders der Einsatz von Pausen

Übungen dazu können Sie sich hier anschauen oder ausdrucken.

Weitere Übungen, auch zum Teil zum Anhören, finden Sie unter www.kreidestriche.de

Die im Projekt GanzOhrSein erprobten Ideen für die Praxis werden im Frühjahr 2005 in der Reihe "Praxis Impulse'' des Westermann-Verlages veröffentlicht.

Literaturtipps zu Stimme

Amon, Ingrid (2000): Die Macht der Stimme. Persönlichkeit durch Klang, Volumen und Dynamik (mit CD). Frankfurt.

Balser-Eberle, Vera: Sprechtechnisches Übungsbuch, ÖBV Pädagogischer Verlag

Borm, Stephanie; Hagen, Mechthild (2004): Die "Sprechwerkstatt'' - ein Projekt zum Sprechen und Zuhören. In: Grundschule, Heft 2, S. 50 - 53.

Coblenzer, Horst: Erfolgreich sprechen. Fehler und wie man sie vermeidet. ÖBV Pädagogischer Verlag

Coblenzer, Horst / Muhar, Franz: Atem und Stimme. Anleitung zum guten Sprechen, ÖBV Pädagogischer Verlag

Eckert,H./Laver,J. (1994): Menschen und ihre Stimmen. Aspekte der vokalen Kommunikation, Beltz, Weinheim

Eckert, Hartwig (2004): Die Wirkung der Stimme auf das Zuhören in der Schule. In: Grundschule, Heft 2, S. 48 - 49.

Friedrich, Gerhard (2000): Die Stimme und ihre Wirkungen. In: Huber,L./Odersky,E. (Hg.): Zuhören - Lernen - Verstehen, Westermann-Verlag Braunschweig, 58 - 71

Greifenhahn, L. (1987): Zur Wirkung gesunder und gestörter Stimmen von Unterrichtslehrern auf ihre Schüler während des Unterrichts. In: Krech, E.M. / Suttner, J. / Stock, H. (Hg.): Ergebnisse der Sprechwirkungsforschung. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Wissenschaftliche Beiträge

Gundermann, Horst: Phänomen Stimme, Ernst Reinhardt Verlag

Handerer, Hermann / Schönherr, Christine: Körpersprache und Stimme. Praktische Beispiele zur Verbindung von Mimik, Gestik, Bewegung, Getast und Stimme im Unterricht, Oldenburg

Miethe, Erhard / Hermann-Röttgen, Marion: Wenn die Stimme nicht stimmt, TRIAS Thieme Hippokrates Enke

Nienkerke - Springer, Anke (1997): Zur Prävention von Stimmstörungen - oder: Ist es Luxus, eine gesunde Stimme zu haben? In: Die Sprachheilarbeit 42, 209 - 220

Pabst-Weinschenk, Marita (2000): Die Sprechwerkstatt. Sprech- und Stimmbildung in der Schule, Westermann, Praxis Pädagogik, Braunschweig

Pramedorfer, Ulrike: Stimme, Sprache, Lebensfreude. Fünf Schritte zum geglückten Sprechen, Veritas

Stengel, Ingeburg / Strauch, Theo: Stimme und Person. Personale Stimmentwicklung, personale Stimmtherapie, Klett-Cotta

Wittstock, Sabine (2001): Stimmig sprechen - Stimmig leben. Körper - Sprache - Mimik.

Kommunikation - Miteinander sprechen Um die Wirkung des Kommunikationsverhaltens auf den Zuhörer - Stichwort "aktives Zuhören'', "Perspektivenübernahme'' - geht es in diesem Teilbaustein. Über die Reflexion der eigenen Wahrnehmung und die Erweiterung des eigenen Ausdrucksrepertoires sollen die Bedingungen für gegenseitiges Zuhören und achtsamen Umgang miteinander verbessert werden.

Aktionen innerhalb des Projekts

"Worte sind Fenster - oder sie sind Mauern''

Dieses Modell einer gewaltfreien Kommunikation von Marshall Rosenberg wurde an mehreren ``GanzOhrSein''-Schulen im Rahmen einer Projektwoche eingeführt. Im Schulalltag kann dann nicht nur bei Konflikten darauf zurückgegriffen werde, auch als Schwerpunkt im Rahmen der Schulentwicklung hat eine Grundschule die Leitideen daraus aufgenommen.

Das Modell bedient sich zweier Handpuppen mit unterschiedlichem Sprachverhalten: einer Giraffe und eines Wolfes. Das Spiel mit den Tierfiguren verdeutlicht den Kindern die Auswirkungen ihres Sprachverhaltens gerade in Konfliktsituationen. Üblicherweise benutzen wir dann die "Wolfssprache''. Sie ist oftmals geprägt von Bewertungen, Verallgemeinerungen und Schuldzuweisungen ("Du bist gemein!''). Die Giraffe als Landtier mit dem größten Herzen und dem größten Weitblick teilt beim Sprechen ihre Beobachtungen mit, statt zu werten, spricht ihre Gefühle und Bedürfnisse offen aus ("Das ärgert mich, weil ich ...'') und äußert ihre Bitten ("Ich hätte gerne, dass ...'').

Genauso kann ich beim Zuhören entweder Giraffen- oder Wolfsohren aufsetzen. Sie verdeutlichen je zwei Möglichkeiten, auf negative Botschaften zu reagieren. Wende ich die Wolfsohren nach innen, fühle ich mich abgelehnt und frage mich, was mit mir nicht stimmt. Ich suche die Schuld bei mir. Drehe ich die Wolfsohren nach außen, frage ich mich, was mit dem anderen nicht stimmt. Ich suche die Schuld bei ihm. (Lehrer haben oft die Wolfsohren auf, wenn sie genervt sind.)

Mit den Giraffenohren höre ich auf die Gefühle: Wende ich sie nach innen, höre ich darauf, was in mir vorgeht. Richte ich sie nach außen, versuche ich mich in den anderen hineinzuversetzen und zu erraten, was in ihm vorgeht.


Ein Programm-Skript mit Übungseinheiten, Vorschlägen und Anleitungen, die den Kindern helfen, ihre Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche auszudrücken und auf das zu hören, was die anderen sagen möchten, ist zu beziehen bei: Isolde Teschner / Pienzenauerstraße 50 / 81679 München. Es ist mit drei Teilen einsetzbar in allen Schulstufen.


Ideen aus dem Teilbaustein Kommunikation

Die im Projekt GanzOhrSein erprobten Ideen für die Praxis werden im Frühjahr 2005 in der Reihe "Praxis Impulse'' des Westermann-Verlages veröffentlicht.


Literaturtipps zu Kommunikation

Albert, Monika / Fenle, Martina / Hagen, Mechthild (2004): Von Stolpersteinen und Wunschsternen. Zuhörtipps für Kinder. In: Grundschule, Heft 2, S. 36 - 37.

Imhof, Margarete (2004): ``Hör doch einfach zu!'' Von der Schwierigkeit, Zuhören zu lernen und zu lehren. In: Grundschule, Heft 2, S. 34 - 35.

Klippert, Heinz (1999): Kommunikationstraining. Übungsbausteine für den Unterricht, Weinheim und Basel

Munz, Claudia (2000): Gewaltprävention durch gutes Zuhören? Erfahrungen aus der gewaltpräventiven Arbeit mit Jugendlichen und Anregungen für die Schule. In: Huber, L./Odersky, E. (Hg.): Zuhören - Lernen - Verstehen, Westermann, Braunschweig, 104-114

Potthoff, U. / Steck-Lüschow, A. / Zitzke, E. (1995): Gespräche mit Kindern. Gesprächssituationen - Methoden - Übungen, Kniffe, Ideen; Frankfurt am Main

Singer, Kurt (2000): Wenn Lehrer Kinder seelisch verletzen - und alle es geschehen lassen. Für einen achtungsvollen Umgang mit Schülerinnen und Schülern. Anregungen für Lehrer, Eltern, Jugendliche; Aktion Humane Schule, München

Stierlin, Larissa / Schulz von Thun, Friedemann (2000): Zur Psychologie des guten Zuhörens. In: Huber, L./Odersky, E. (Hg.): Zuhören - Lernen - Verstehen, Westermann, Braunschweig, 26-38

Trautmann, Thomas (1997): Wie redest Du denn mit mir? Kommunikation im Grundschulbereich, Schneider-Verlag Hohengehren

Weisbach, Christian-Rainer (1997, 3.Auflage): Professionelle Gesprächsführung. Ein praxisnahes Lese- und Übungsbuch, München

Erzählen

"Ich habe beim Erzählen nie Angst gehabt, doch bei dir und einigen anderen 'Lehrern' '', sagte der Friseur und schaute den Lehrer an, "habe ich nach einer Weile die Lust verloren, weil ihr nicht meine Geschichten, sondern meine Sprachfehler verfolgt habt.'' (R. Schami: Vom Zauber der Zunge, Frauenfeld: Im Waldgut 1991, 46)

Die Kunst des Erzählens wiederzubeleben als kulturellen Rahmen für Zuhörsituationen, darum geht es in diesem Teilbaustein. Die eigene Erzählkunst, das Erleben von Erzählsituationen, die Auseinandersetzung mit den künstlerischen Mitteln professioneller Erzähler stehen im Mittelpunkt, direkt oder über auditive Medien (Einsatz von Hörbüchern und Hörspielen).

Erzählen dient in der Schule häufig der Vorbereitung des Schriftlichen, weniger der "geselligen Praxis'' (Claussen, 1995,8). Dabei werden über die Kenntnis von mündlichen Gestaltungsmitteln wie Wortwitz oder das Erzeugen von Bildern mit Worten nicht nur die Erzähl- und damit Sprachkompetenz, sondern gerade die Zuhörkompetenz der Kinder erweitert. Und Phantasie und Kreativität der Kinder werden angeregt.

Dazu muss es in der Schule Erzählzeiten geben, in denen das Erzählen im Mittelpunkt steht, in denen zugehört wird und Zuhörsituationen gestaltet werden, in denen eine Erzählung sich in der Interaktion zwischen Erzähler und Zuhörer entwickeln kann.

Die folgenden Bilder geben einen Eindruck dieser Interaktion, hier zwischen einem erwachsenen Erzähler, Claus Claussen, und den Kindern.

  

 


Ideen aus dem Teilbaustein Erzählen

Die im Projekt GanzOhrSein erprobten Ideen für die Praxis werden im Frühjahr 2005 in der Reihe "Praxis Impulse'' des Westermann-Verlages veröffentlicht.

Im Rahmen des Projekts GanzOhrSein ist auch ein Film entstanden: "Erzählen - Zuhören - Verstehen. Die Erzählwerkstatt''. Er gibt einen Einblick in die Kunst des Erzählens, erläutert die Bedeutung der Mündlichkeit in der Schule und erklärt das Konzept der Erzählwerkstatt als eine Möglichkeit, Erzählen zu lernen und zu fördern. Zu beziehen ist er über die Unterrichtsmitschau der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Auf den Internetseiten des Projektes "Erzählen und Zuhören an Schulen'', gefördert vom Kulturfonds Bayern, finden Sie viele praktische Beispiele und Möglichkeiten zur Förderung des Erzählens sowie links zu Erzählern und zu Erzählseiten (siehe www.br-online.de/erzaehlen).

Einige Ideen aus einem kurzen Impulsworkshop mit dem Erzähler Martin Ellrodt finden Sie hier.

Unter www.erzaehlen.de finden Sie Texte wie auch Termine von Fortbildungen und Workshops zum Erzählen.

Kostproben der Erzählkunst bieten Ihnen in einer Hör-Bar zum Beispiel die Erzähler Martin Ellrodt und Katharina Ritter.

Einige Geschichten finden Sie zum Beispiel unter www.noch-eine-Geschichte.de, den Seiten des Erzählers Claus Claussen.

Anregungen, wie Sie Geschichten in den Sachunterricht einbinden können, finden Sie unter www.storytelling-lmu.de

Vielfältige Anregungen geben Claus Claussen und Valentin Merkelbach in ihrem Buch "Erzählwerkstatt. Mündliches Erzählen'', Westermann-Verlag, Reihe Praxis Pädagogik, Braunschweig 1995. Sie eignen sich für Grundschule wie für weiterführende Schulen.

In einer Erzählwerkstatt haben die Kinder wie in einer Schreibwerkstatt die Möglichkeit, an ihren Ideen und Erzählungen zu "feilen'', bevor sie in der großen Erzählrunde der Klasse vorgestellt werden. Ein Erzählregal mit Anregungen - Gegenständen, Geschichten, Szenen usw. - kann die Ideenfindung unterstützen. Alleine, zu zweit oder zu mehreren wird die Idee zu einem ersten Erzählentwurf ausgearbeitet und einer kleinen Gruppe Zuhörer vorgestellt. Diese geben Feedback und helfen den Autoren, ihre Erzählung zu verbessern. Dies kann auch mehrmals geschehen, solange, bis die Autoren ihre Erzählung der Öffentlichkeit präsentieren wollen. Angekündigt an einem Erzählbrett werden dann in einer großen Erzählrunde die Geschichten vorgestellt. Und wem die Geschichte gut gefällt, der kann sie sich von den Autoren geben lassen und sie weitererzählen.

Für Claus Claussen umfasst das Erzählfeld verschiedene Stufen: das Zuhören, das Miterzählen, das eigene Erzählen und das Weitererzählen. Lehrer oder Lehrerin und die anderen Kinder sind in jeder Stufe unterschiedlich beteiligt, helfend oder beratend, als Modell für Ausdrucksformen des Erzählens, verbale und nonverbale, oder als Zuhörer.

Beispiele zur Entwicklung von Geschichten aus dem Buch "Erzählwerkstatt'' von Claus Claussen und Valentin Merkelbach:

  • Reihum-Erzählen: Einer fängt an zu erzählen. Wenn ihm nichts mehr einfällt, macht sein Nachbar weiter.
     
  • Erzählbaukasten mit Stichworten als Erinnerungshilfe für eine ausgedachte Geschichte, auch gesammelt nach verschiedenen Oberbegriffen (z.B. Tiere, Landschaften, Personen, Fahrzeuge usw.)
     
  • Erzählkoffer: Darin befinden sich verschiedene Gegenstände, die für eine Geschichte zusammengestellt werden können.
     
  • Erzählfiguren / eine Erzählfamilie, die die Kinder durch verschiedene Geschichten hindurch begleitet
     
  • Geschichten, die auf eine Kuhhaut gehen: Mit "indianischen Schriftzeichen'' wird der Verlauf der Geschichte auf einer aufgemalten Kuhhaut festgehalten und erzählt
     
  • Sandkasten- und Tischgeschichten: Mit Material wird eine Landschaft aufgebaut, in der kleine Spielfiguren herumlaufen können und eine Geschichte erzählen können.
     
  • Erzählsituationen: z.B. ein Seemann packt seinen Sack voller Lügengeschichten aus, die sich um mitgebrachte Gegenstände in dem Sack drehen.
     
  • Erzählkarten: Darauf befinden sich symbolisch verschiedene Erzählstrukturen, z.B. ein linearer Verlauf, eine Rundgeschichte (sie endet wo sie beginnt), eine Geschichte in der Geschichte, eine geteilte Geschichte (nach dem Anfang teilt sie sich in zwei Stränge und kommt am Ende wieder zusammen) usw.
     
  • Erzählpartitur: Stichpunkte auf Karten können nun in Form einer ausgewählten Erzählkarte aufgeklebt werden und dienen als Anhaltspunkt für die Erzählung.
     
  • Geschichten aus der Pappröhre: In einer Pappröhre befinden sich in umgekehrter Reihenfolge an einer Schnur aufgereiht der angedeutete Inhalt der eigenen Geschichte wie ... von einem Glückspfennig, fünf freien Wünschen ... unbedacht geäußerten Wünschen und vertanen Chancen... usw. Beim Erzählen wird eine Karte nach der anderen aus der Röhre herausgezogen und wieder mit dem Inhalt belebt.
     
  • Erzählgerüste: Angeregt durch die authentische Geschichte einer Person ("Großmutter Anna erzählt'') oder einer fiktionalen Geschichte (z.B. "Flaschenpost'') werden die vorliegenden "Bruchstücke'' durch verschiedene Techniken wie Fragen dazu, Ideen-Cluster usw. aufgefüllt und ausgeweitet. So entstehen Gerüste für weitere Erzählungen.
     

Erzählhilfen wie ein Erzählhut, ein Erzählstuhl oder ein Erzählteppich, eine Erzählecke, feste Erzählzeiten oder Erzählvorstellungen auch für kleinere Gruppen definieren die Situation und "beflügeln'' die innere Erzählhaltung.

Literaturtipps zu Erzählen

Ausführliche Literaturtipps finden Sie unter www.br-online.de/erzaehlen

Bergmann, Katja (2000): Hörgänge. Konzeptionen einer Hörerziehung für den Deutschunterricht, athena-Verlag, Oberhausen

Claussen, Claus / Merkelbach, Valentin (Hg.) (1995): Erzählwerkstatt. Mündliches Erzählen, Braunschweig.

Claussen, Claus (2000): Erzähl' mal was! Materialien für das mündliche Erzählen in der Grundschule. Donauwörth.

Claussen, Claus (2002): Erzählen und Vorlesen - Geschichten aus aller Welt. in: Grundschulunterricht 1/2002, S. 48 - 53.

Ehlich, Konrad (2004): Erzählraum Schule - Ein kleines Plädoyer für eine alltägliche Kunst. In: Grundschule, Heft 2, S. 43 - 44.

Ellrodt, Martin / Rechtenbacher, Birgit (2004): Erzählsituationen schaffen. In: Grundschule, Heft 2, S. 45 - 47.

Die Grundschulzeitschrift, Oktober 2003: Schwerpunktheft Erzählen.

Praxis Grundschule Juli 2002, Heft 4: Themenschwerpunkt Vorlesen und Erzählen.

Sache - Wort - Zahl 2003, 31. Jahrgang, Heft 57: Themenschwerpunkt Zahl - Zähler - Erzählen.

<< zurück

 














 
   
Impressum Sitemap Kontakt