Praxis > Raumgestaltung

 

Wie ist der Raum für das Hören und Zuhören geeignet? Und wie können wir seine Bedingungen gestalten? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieses Bausteins.

Denn eine schottische Studie (Heriot-Watt Universität 1999) zeigte, dass viele Klassenräume von ihrer Akustik her nur unzureichend für Sprachvermittlung geeignet sind. Große Nachhallzeiten und ein hoher Schallpegel vergrößern die Lärmbelastung und verringern die Sprachverständlichkeit, was sich auf Leseleistung, Textverständnis und generell auf die Aufmerksamkeit der Kinder auswirkt (vgl. Schick u.a. 1999).

Eine Verbesserung der akustischen Bedingungen kann sich von vergleichsweise kostengünstigen Maßnahmen wie dem Abdämpfen der Tischplatte mit Tischdecken oder Filz unter den Stühlen bis hin zu Veränderungen im Klassenzimmer an Wänden oder Decken (z.B. Einbau von Akustikdecken) oder gestalterischen Eingriffen im Schulhaus oder auf dem Schulhof erstrecken.

Einen Leitfaden zur Raumakustik in Unterrichtsräumen hat das Sozialministerium von Mecklenburg-Vorpommern herausgegeben.

Als pdf-Datei herunterladbar finden Sie Informationen über
Schulraumakustik aus der Sicht der Beratungspraxis oder über die Klassenraumgestaltung für die integrative Beschulung schwerhöriger Kinder (beide Texte von Carsten Ruhe).

Ideen aus dem Baustein Raumgestaltung Es ergeben sich viele Überschneidungen zum Baustein Klangumwelt und zur Gestaltung der Klanglandschaft Schule.

Die im Projekt GanzOhrSein erprobten Ideen für die Praxis werden im Frühjahr 2005 in der Reihe "Praxis Impulse'' des Westermann-Verlages veröffentlicht.

Auf den Einfluss der raumakustischen Bedingungen auf das Zuhören wird im dem Buch "Die akustisch gestaltete Schule'', herausgegeben von Huber / Kahlert / Klatte 2002 im Verlag Vandenhoeck Ruprecht, sowie in dem geplanten Film zur akustischen Schulgestaltung, der im Rahmen des Projektes entstanden ist und über die Unterrichtsmitschau der Ludwig-Maximilians-Universität München zu beziehen sein wird, besonders eingegangen:

  • Störungen lokalisieren: was kommt von innen, was von außen, evtentuell festhalten und über einen längeren Zeitraum beobachten
  • Verständigung darüber, welche Störquellen die Klasse beeinflussen bzw. verändern kann
  • Dämpfung der Tische mit Tischdecken / Stühle mit Filz
  • Gestaltung glatter Wände oder der Fenster mit Collagen aus verschiedenen Materialien

Literaturtipps

Berghoff, B. / Weber, A. (1995): Praxis der Klassenraumgestaltung in der Grundschule. Ein Untersuchungsbericht. In: Pädagogisches Forum, Heft 1, 44-49

Fastl, H. (1982): Dynamische Hörempfindungen. Freiburg.

Hagen, M. / Hemmer-Schanze, Ch. / Huber, L. / Kahlert, J. (2004): "GanzOhrSein''. Ein Projekt zur Zuhörförderung in der Schule. In: Praxis Schule 5 - 10, Heft 4, S. 41 - 46.

Huber, L. / Kahlert, J. / Klatte, M. (Hg.) (2002): Die akustisch gestaltete Schule. Auf der Suche nach dem guten Ton. Göttingen.

Hellbrück, J. (1993): Hören. Göttingen.

Mac Kenzie, David J. / Airey, Sharon (1999): Akustik in Klassenzimmern. Ein Forschungsprojekt, Heriot-Watt University Edinburgh

Klatte, Maria / Meis, Markus / Nocke, Christian / Schick, August (2004): Lernumwelt = Lärmumwelt?! In: Grundschule, Heft 2, S. 38 - 40.

Ritterstaedt, U. / Paulsen, R. / Kastka, J. (1980): Geräuschsituation in und um Schulen unter Berücksichtigung der Belastung der Lehrer durch Lärm. Reihe: Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfahlen, Nr. 2997, Fachgruppe Umwelt/Verkehr, Opladen

Schick, A. / Klatte, M. / Meis, M. (2000): Die Lärmbelastung in der Schule. In: Huber, L./Odiersky, E. (Hg.): Zuhören - Lernen - Verstehen, Westermann, Braunschweig, 81-91

Schick, A. / Klatte, M. / Meis, M. / Nocke, Ch. (Hg.) (2003): Hören in Schulen. Ergebnisse des neunten Oldenburger Symposiums zur Psychologischen Akustik. Oldenburg.

Schorer, A. (2002): Jetzt wird es mir aber zu laut! Was tun? In: Sache - Wort - Zahl 30, Heft 43, S. 16 - 17.

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